
Archäobotanik
Mit Hilfe der Archäobotanik kann die Vegetations- und Agrargeschichte eines Fundplatzes oder einer Region genauer untersucht werden. Dazu werden während der Grabung Erdproben aus relevanten Schichten entnommen und unter Verwendung von Wasser gesiebt, um so Pflanzenreste herauszufiltern.
Unterscheidung von Mikro- und Makroresten
Dabei unterscheidet man zwischen Makroresten wie Samen und Früchten, Holzresten oder Bast und Mikroresten wie Pollen und Sporen. Die organischen Reste werden unter dem Stereomikroskop ausgelesen, bestimmt und gezählt. Die Bestimmung erfolgt anhand von Vergleichssammlungen, Beschreibungen, Fotos und Zeichnungen in anderen Publikationen. Pollenproben müssen teilweise zusätzlich chemisch aufbereitet werden. Die Ergebnisse der Bestimmung und quantitativen Erfassung geben Auskünfte darüber, welche Pflanzen in der Umgebung des Fundplatzes wuchsen, angebaut wurden oder durch Handel dorthin gelangten. Dabei müssen jedoch verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. So erhalten sich Pflanzenreste beispielsweise unterschiedlich gut und produzieren eine sehr unterschiedliche Menge an Samen. Die Archäobotanik hat wesentlich zur genaueren Erforschung der Klimageschichte beigetragen und spielt auch eine wesentliche Rolle in der Erforschung der Mensch-Umwelt-Beziehungen.
Vorsichtig werden die Proben geschlämmt

Archäobotanische Untersuchungen in Karakorum
Die archäobotanischen Untersuchungen von Probenmaterial aus Karakorum ergaben, dass in der näheren Umgebung vermutlich auf bewässerten Feldern Kolben- und Rispenhirse, Gerste und Weizen angebaut wurden, während andere Getreidesorten, darunter auch Reis, importiert wurden. Auch weitere Pflanzen wie Öl- und Faserpflanzen oder auch Hülsenfrüchte wurden in die Stadt transportiert. Ob Gewürz- oder Gemüsepflanzen wie Kümmel, Koriander, Sellerie, Rüben, Gojibeeren und Pfeffer gesammelt, angebaut oder importiert wurden, lässt sich nicht eindeutig sagen, es fanden sich jedoch Makroreste in den Proben. Als sicher einheimisch angesehen werden kann der Samen der Sibirischen Zirbelkiefer und die Walderdbeere, während Weintrauben, Feigen, Jujuben, Mandeln, Kriechenpflaumen, Vogelkirschen, Pfirsiche, Zuckermelonen oder Walnüsse eindeutig als Importwaren interpretiert werden können.
Archäobotanische Untersuchungen in Karabalgasun
Auch in Karabalgasun wurden erste archäobotanische Untersuchungen durchgeführt, die das Vorkommen von Hirse, Weizen und Gerste nachwiesen, wobei bislang keine eindeutig importierten Pflanzenreste erkennbar waren. Inwieweit diese Pflanzen vor Ort auch angebaut wurden, kann bislang noch nicht genau beantwortet werden.