
Miniaturstele
Fundort Karakorum
Datierung 13.-14. Jh.
Epoche Mongolisches Großreich
Material Bronze
Technik Gegossen
Typ Ausgrabungsfund
Beschreibung
Dargestellt ist eine kleine Stele mit Schildkrötensockel. Der obere Teil der Stele hat einen Rahmen mit einer dreieckigen Oberseite und einer quadratischen Basis, und in diesem Rahmen ist Buddha auf seinem Thron sitzend dargestellt. Der längliche rechteckige Raum vom oberen Teil mit einer Darstellung des Buddha bis zur Basis der Schildkröte ist frei gelassen, und vielleicht wurde in diesem Teil eine Art Schrift auf Papier eingeklebt. Der Sockel der Statue – nur die Umrisse von Kopf und Brustkorb der Schildkröte. Der Boden ist nicht flach und kann daher nicht alleine aufgestellt werden. Die Rückseite der Statue ist massiv und in der Mitte ist ein halbrunder Metallhaken angeschweißt. Den Holzresten auf der Rückseite nach zu urteilen, war die Statue auf einem hölzernen Objekt befestigt.
Die Stele stellt eine Miniatur dar, wie derartige Gedenkstelen in China zu dieser Zeit ausgesehen haben. Auf einer Schildkröte als Fundament wurden Inschriftenstelen errichtet. Sie dienten sowohl dem Totengedenken wichtiger Persönlichkeiten als auch der Erinnerung an Gründungen, Edikte und andere wichtige Ereignisse. Prominentestes Beispiel für eine solche, in Stein errichtete Inschrift ist die Karakorum-Inschrift an der Großen Halle. Diese erinnert an die Errichtung und Renovierung dieses großen Staatstempels.
3D Visualisierung
3D Modell: C. Mackenzie / DAI
Bilder: H. Rohland / DAI
Literatur
Janßen-Kim, M. (2005) ‘Miniaturstele’, in Dschingis Khan und seine Erben: Das Weltreich der Mongolen. München: Hirmer, p. 176.