Bild, das Landschaft zeigt. In der Bildmitte sind die Ruinen einer rechteckigen Lehmmauer zu erkennen.
Blick über die Überreste der alten uighurischen Hauptstadt Karabalgasun © M.Riemer / DAI

Die uighurische Hauptstadt Karabalgasun

Karabalgasun, die einstige Hauptstadt des uighurischen Reiches, war im 8. und 9. Jahrhundert ein bedeutendes kulturelles und politisches Zentrum. Gelegen im Orchontal der Mongolei, zeugt die Stadt von einer beeindruckenden Mischung aus sesshafter und nomadischer Kultur. Ihre Ruinen erzählen von einer Zeit, in der Karabalgasun ein Schmelztiegel internationaler Einflüsse war.

Verschiedene Gebäudekomplexe

Durch die Auswertung des Stadtgrundrisses sowie durch zahlreiche Grabungen lassen sich mittlerweile verschiedene Aussagen zum Aufbau der Stadt und zur Funktion der einzelnen Stadtbereiche treffen. Entlang der bis zu 80 m breiten Hauptstraße wurden das Handwerkerviertel und der manichäische Tempel von Karabalgasun entdeckt. Der prominenteste Bereich der Stadtanlage ist aber die Tempel- oder Palaststadt, deren hoch aufragende Mauern bis heute weithin in der Landschaft sichtbar sind. Im Inneren der Tempel- und Palaststadt ragt die  mit etwa 13 Metern höchste Erhebung der Stadt aus dem Innern des Palastwalls auf, der sogenannte Stupa. Im südöstlichen Bereich der Tempel- und Palaststadt befindet sich die Zitadelle selbst, vermutlich der königliche Wohnbereich. Zu ihr gehört auch der einzigartige Fund des 13 Meter tiefen Brunnens. Ein weiteres bedeutendes Artefakt ist die Dreispracheninschrift von Karabalgasun, aus der Zeit des uigurischen Khaganats, die sich innerhalb des Areals des manichäischen Tempels befindet. In den Randbereichen der imposanten Stadtanlage lockert sich die Bebauung langsam auf und geht in die Steppenlandschaft über. Auch wenn Schriftquellen anderes berichten, ist die Stadt nicht von einer Stadtmauer umgeben gewesen.

360° Panorama der historischen Stadt Karabalgasun

Funde aus Karabalgasun