
Die Dreispracheninschrift von Karabalgasun
Die Dreispracheninschrift von Karabalgasun ist ein bedeutendes archäologisches Artefakt aus der Zeit des uigurischen Khaganats, das in der alten uighurischen Hauptstadt Karabalgasun entdeckt wurde und in drei Sprachen verfasst ist: Altuigurisch, Sogdisch und Chinesisch. Jede dieser Sprachen repräsentiert eine wichtige kulturelle und politische Verbindung der Uiguren in dieser Zeit.
Inschrift in drei Sprachen
Die Inschrift besteht aus drei Abschnitten, die jeweils in einer der drei Sprachen verfasst sind. Jeder Abschnitt enthält wichtige Informationen über die Herrschaft des 8. Khagans (808 – 821 n. Chr.) und dokumentiert bedeutende Ereignisse, die während seiner Regierungszeit stattfanden. Vor allem militärische Erfolge in der Geschichte des uighurischen Reiches und die Übernahme des manichäischen Glaubens und seine besondere Förderung durch den uighurischen Khan werden erwähnt. Damit liefert die Inschrift wesentliche Hinweise für das Verständnis der uighurischen Kultur und Politik. Die Dreispracheninschrift von Karabalgasun ist ein herausragendes Beispiel für die reiche kulturelle und sprachliche Landschaft Zentralasiens im Mittelalter. Sie dokumentiert die Verflechtungen und Interaktionen zwischen verschiedenen Völkern und Kulturen und bleibt ein bedeutendes Objekt für die archäologische und historische Forschung.

Beziehungen der Sogder, Uiguren und Chinesen
Die sogdische Sprache war grundsätzlich eine bedeutende Handelssprache in Zentralasien. Die Sogdier waren bekannte Händler und hatten enge wirtschaftliche Beziehungen zu den Uiguren. Der sogdische Teil der Inschrift bezeugt diese Handelsbeziehungen und die kulturellen Verbindungen zwischen den beiden Völkern. Er enthält auch Hinweise auf die Rolle der Sogdier als Berater und Diplomaten am uigurischen Hof. Auch der chinesische Abschnitt der Inschrift reflektiert die diplomatischen und politischen Beziehungen zwischen dem Uigurischen Khaganat und dem Tang-Reich in China. Die Uiguren hatten eine komplexe Beziehung zu den Tang-Kaisern, die sowohl durch Bündnisse als auch durch Konflikte geprägt war. Die Inschrift dokumentiert Tribute, Gesandtschaften und die Anerkennung der uigurischen Herrschaft durch die Chinesen.


Einzigartiges Zeugnis
Insgesamt ist die Dreispracheninschrift von Karabalgasun ist ein einzigartiges Zeugnis für die kulturelle und sprachliche Vielfalt sowie den interkulturellen Austausch in Zentralasien während des Mittelalters. Sie zeigt, wie die Uiguren nicht nur eine politische und militärische Macht waren, sondern auch eine Brücke zwischen verschiedenen Kulturen und Zivilisationen bildeten.

Die Bedeutung der Mehrsprachigkeit
Auch die Nutzung von Mehrsprachigkeit als Mittel zur Kommunikation und Verwaltung in einem multikulturellen Reich kommt durch diese Inschrift besonders zur Geltung.
Die Entdeckung und Analyse der Dreispracheninschrift von Karabalgasun haben wichtige Beiträge zum Verständnis der Geschichte und Kultur Zentralasiens geleistet. Archäologen und Historiker haben durch die Inschrift tiefere Einblicke in die komplexen sozialen und politischen Strukturen der Uiguren und ihrer Nachbarn gewonnen. Sie ist ein Schlüsselelement für das Verständnis der uigurischen Zivilisation und ihrer Rolle in der Geschichte der Seidenstraße.
