
Das uighurische Gräberfeld Olon dov
Das Gräberfeld Olon Dov liegt 12 km westlich der alten uighurischen Hauptstadt Karabalgasun im Gebiet Khotont Sum in der Provinz Arkhangai. In einem kleinen und nach Osten geöffneten Tal haben sich hier zahlreiche durch Erd- und Steinaufschüttungen markierte Gräber erhalten.
Die Bauweise der Gräber
Die Bauweise der Gräber ist unterschiedlich. Teilweise bestehen sie aus Aufschichtungen von Steinen in quadratischer Anordnung, die mit einem Hügel aus Erde abgedeckt sind, es finden sich aber auch Gräber, die aus Lehmziegeln oder gebrannten Ziegeln errichtet wurden. Auch Dachziegel haben sich stellenweise erhalten.
Manche der Gräber sind von quadratischen Mauern umgeben, die nach außen mit weißer, roter, grüner oder schwarzer Farbe bemalt sind.
Die Bauweise und die Bestattungssitten der in Olon Dow ausgegrabenen Gräber unterscheiden sich stark von den üblichen Bräuchen der Nomaden in der Mongolei zur damaligen Zeit, so finden sich häufig Doppelbestattungen. Vergleicht man die verwendeten Baumaterialien sowie die Grabbeigaben, so spricht vieles dafür, dass es sich bei diesen Gräbern eher um den Bestattungsplatz der Stadtbewohner gehandelt hat, die Handel und Handwerk betrieben und wenige um Gräber von Hirten. Mit anderen Worten handelt es sich also mit großer Wahrscheinlichkeit um das Gräberfeld der Einwohner der uigurischen Hauptstadt Ordubalyk /Karabalgasun, die einige Kilometer von hier liegt.

Textilien und Münzen
Besonders erwähnenswert ist das Kuppelgrab einer uigurischen Frau, das im Jahr 2011 entdeckt wurde. In ihrem Grab fanden sich die Überreste einer Seidenmütze mit goldenem Blumenmuster sowie Reste ihres Seidengewandes. Ein Vergleich der Seidenwebtechnik und der Musterdekoration ergab, dass der Stoff aus der Mitte des 8. Jahrhunderts stammt und das Design der geknoteten Seidenbänder – und der Rockkleidung dem der späteren protomongolischen Liao-Dynastie Zeit ähnelt.
Außerdem wurde im Gräberfeld von Olon Dow in Grab 34 eine Münze namens „Hui-chang-kai-yuan“ gefunden, die aus dem Jahr 845, im fünften Jahr von Wuzong Kaiser aus der Tang-Dynastie, geprägt wurde. Auch die Radiokarbondatierung der Kuppelgräber weist mit einer Datierung zwischen 870-892 eher in der Spätzeit der Stadt nach ihrer aus Schriftquellen bekannten Zerstörung. Diese Forschungsergebnisse zeigen eventuell, dass nicht alle Uighuren nach dem Überfall durch die Jenissei-Kirgisen im Jahr 840 ihre Hauptstadt verliessen. Es ist vorstellbar, dass ein Teil der Uiguren in der ursprünglichen Heimat blieb und zum Wohlstand der späteren Staaten in der Mongolei und zur Entwicklung der ethnischen Gruppe beitrug.
Die Reste der Kleidung



