Bild, das Menschen bei der Restaurierung zeigt
Teilnehmende des Restaurierungsworkshops im Museum © M.Günsche / DAI

Die Restaurierungszusammenarbeit

Die Ausgrabung von Funden und Befunden bedeutet auch immer eine Auseinandersetzung mit der Restaurierung, Lagerung und Erhaltung der entdeckten Fundstücke und architektonischen Überreste. Im Rahmen der archäologischen Projekte im Orchontal konnten auf diesem Gebiet zahlreiche Maßnahmen gemeinsam umgesetzt werden.

Restaurierung und Konservierung von archäologischen Funden

Auch die Restaurierung archäologischer Funde sowie die präventive Konservierung spielen eine große Rolle in der Archäologie. Der Begriff „Archäologische Restaurierung“ umfasst die Restaurierung des Fundmaterials, aber auch dessen Bergung und Dokumentation sowie die anschließende Unterbringung im Depot. Bei der Restaurierung wird das Ziel angestrebt, das Objekt wieder erfahrbar zu machen und dabei möglichst viel Originalsubstanz zu bewahren. Die während der Restaurierung gewonnenen Erkenntnisse wie Hinweise zu Herstellungstechniken, verarbeitete Materialien, aber auch Gebrauchsspuren, liefern wertvolle Informationen zum Objekt. Mithilfe der präventiven Konservierung, die sich mit der Verpackung und den Lagerungsbedingungen der Objekte im Anschluss der Grabung befasst, wird das Ziel verfolgt, das Objekt möglichst langfristig zu erhalten. Dazu werden die Umgebungsparameter wie Raumklima und Verpackungsmaterialien so gewählt, dass weitere Veränderungen des Objektes verhindert oder verlangsamt werden.

Vorsichtig werden Funde auf der Grabung freigelegt

Vorsichtige Bergung von buddhistischen Halbreliefs in Karakorum © H.Wittersheim / DAI

Im Vorfeld der Ausgrabungen

Grundsätzlich ist es bereits vor der Ausgrabung sinnvoll, Überlegungen bezüglich des zu erwartenden Fundmaterials anzustellen und entsprechende konservatorische Maßnahmen vorzubereiten, um eine Erstversorgung fragiler Gegenstände bereits auf der Grabung oder unmittelbar danach durchführen zu können. Dabei muss berücksichtigt werden, dass unterschiedliche Materialien auch einer unterschiedlichen Behandlung bedürfen. So müssen z. B. archäologische Textilien anders behandelt werden als Objekte aus Metall oder Keramik. Ein weiterer Aspekt, der einen erheblichen Einfluss auf den Erhaltungszustand und die daraus resultierenden Maßnahmen hat, ist die Beschaffenheit des Bodens. Objekte aus einem nassen Boden erfordern eine andere Behandlung als Funde aus Trockenböden. Nach der Erstversorgung auf der Grabung werden die Funde in die Werkstatt gebracht und dort soweit konservatorisch behandelt, dass weitere Schäden vermieden werden.

Erste Konservierungsmaßnahmen in der Jurte

Erste Sicherungsmaßnahmen der fragilen Funde werden in der Jurte in Grabungsnähe vorgenommen © C.Franken / DAI

Restaurierung für die Ausstellung im Museum

In besonderen Fällen, wenn z. B. die Präsentation eines Keramikgefäßes in einer Ausstellung geplant ist, kann die Restaurierung soweit gehen, dass man eine großflächige Ergänzung eines Keramikgefäßes vornimmt, um das Gefäß in seiner Aussage wieder vollständig erfahrbar zu machen. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes eines Objekts kann genau genommen jedoch nie erfolgen, da Schäden oder Veränderungen des Materials nie rückgängig gemacht werden können. Neben archäologischen Kleinfunden können auch architektonische Relikte, wie Mauern oder Reste von hölzernen Ständerbauten konserviert und restauriert werden. Bei den Ausgrabungen in Karakorum wurde immer wieder die fachliche Unterstützung von Restauratorinnen und Restauratoren zu Hilfe gezogen. Durch den Bau des Kharakhorum-Museums inklusive einer Restaurierungswerkstatt im Jahr 2011 besteht nun auch vor Ort die Möglichkeit, Fundmaterial konservatorisch zu bearbeiten und angemessen zu lagern.  

Durch die enge Zusammenarbeit und die Durchführung von Workshops konnten in zahlreiche Funde aus den Ausgrabungen sachgerecht restauriert und gelagert werden.

Eine Deponierung wird freigelegt

Entdeckung einer Deponierung im Fundament der “Großen Halle” © C. Franken / DAI